Die Gemeinschaft (6/7) – Schäden
Hausnummer 22: Frau Weslang
Ich blickte auf ein Bild der Zerstörung. Statt der kleinen grünen Pflänzchen, die ich jeden Morgen neu nicht nur mit Blicken vermessen hatte, war die Stelle kahl. Nur einzelne kahle Stängel und ein paar kleine Löcher. An einigen Stellen schimmerndsilberne Rückstände. Ich seufzte tief.
Auf der Rückseite hatte es einen Vermerk gegeben. Ich hatte es ignoriert.
Hausnummer 21: Herr Merten
Er ging in seinem Zimmer auf und ab. Hatte er an alles gedacht? Er ging die Liste wieder durch, setzte Haken, stellte um, notierte Ergänzungen.
Was, wenn sie zu früh kämen? Wenn die Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen werden.
Er prüfte die Gasbehälter. Alle dicht. Alle bereit.
Die Vorräte. Genug. Wirklich? Was wäre, wenn es länger dauern würde?
Er griff nach seinem Telefon.
Hausnummer 24: Herr Moosenhein
Er fegte die Blütenblätter zusammen. Jetzt war es bald so weit. Er konnte es spüren. Tief in den Knochen. Genau wie die Male zuvor.
Hausnummer 20: Dr. Heinz Rogaczek und Gattin , Anwalt im Ruhestand
„Heinz? Heinz! Herr Merten fragt, ob er auch den Brandbeschleuniger haben kann.“ Sie lauschte kurz, nickte dann. „Ja, ich denke, das geht. Natürlich sind wir vorbereitet.“ Sie verabschiedete sich und legte den Hörer auf die Gabel.
„Heinz? Ich denke, wir müssen noch einmal in den Keller.“
Hausnummer 21: Familie Schönberg
„Nein, wir können nicht alle Stofftiere mitnehmen. Bitte such Dir nur eins aus.“
„Aber Mama, ich hab alle so lieb.“
„Ich weiss mein Schatz, aber es geht einfach nicht. Dafür wird kein Platz sein.“
„Aber Tim darf zwei Autos mitnehmen. Das ist gemein!“
Hausnummer 18: Ehepaar Cigdem
„Hoffentlich kommt er rechtzeitig.“
Herr Cigdem legte seiner Frau beruhigend die Hand auf den Arm. „Das wird er. Keine Sorge. “
Hausnummer 21: Herr Merten
Herr Merten trat auf die Terrasse. Wenn doch nur alles gut werden würde. In weniger als einem Tag war es so weit. Er war bereit.
Hausnummer 22: Frau Weslang
Schnecken. Das war es wohl. Ich hatte es mit Schnecken zu tun. Nun, morgen war auch noch Zeit. Vielleicht hatte Herr Moosenhein eine gute Idee?


